Theologiepreis für herausragende Maturarbeiten 2021

Jährlich verleihen die theologischen Fakultäten der Universitäten Basel, Bern und Zürich einen Preis in der Höhe von je CHF 500.- für eine herausragende Maturarbeit aus den Bereichen Religion, Ethik und Theologie. 2021 wurden zwei Schüler und eine Schülerin mit dem Preis ausgezeichnet.

Linus Rothacher aus Langenthal hat mit seiner Arbeit „(K)Ein Minarett für Langenthal“ die Jury in Bern überzeugt. Linus Rothacher dokumentiert darin die öffentliche Auseinandersetzung um das Langenthaler Minarett. Die Arbeit bietet eine sorgfältige, gut lesbare Dokumentation der damaligen Argumente und fragt danach, inwiefern der Konflikt das gesellschaftliche Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in Langenthal beeinflusst hat. Indem Linus Rothacher das direkte Gespräch mit politischen und gesellschaftlichen Wortführern suchte, die seinerzeit die Debatte prägten, ist ihm mit seiner Maturarbeit ein informativer und anregender Beitrag zur Aufarbeitung eines wichtigen religionspolitischen Themas in der Schweiz gelungen.

In Basel wurde Mirjam Schneider aus Therwil für ihre Arbeit mit dem Titel „Ist die biblische Martha eine gleichgestellte Apostelin oder eine Hausfrau?“ ausgezeichnet. Sie analysiert darin Bibelstellen im historischen Kontext mit dem Ziel, eine feministische Sichtweise auf die Figur der Martha zu stärken. Die Jury attestiert der Preisträgerin ein grosses Mass an wissenschaftlicher Neugierde, eine beachtliche Verarbeitung von Literatur und ein hervorragendes Gespür für relevante Fragestellungen.

In Zürich hat Vedat Alimi aus Wil SG die Jury mit seiner Arbeit „Die islamische Umweltethik – Der Religionsunterricht in der Schweiz“ überzeugt. Sie würdigt seine innovative Leistung, originelle und gesellschaftlich relevante Themensetzung sowie methodische Bearbeitung. Die Arbeit zeigt zum einen auf, dass auch Religionen eine Ressource für den menschlichen Umgang mit Klimawandel und Nachhaltigkeit sein können. Zum anderen veranschaulicht sie die innerislamische Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Beide Facetten der Arbeit beleuchten damit Aspekte, die im gesellschaftlichen und medialen Diskurs wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Mit dem Theologiepreis setzen die Fakultäten der Universitäten Basel, Bern und Zürich einen Anreiz, Themen rund um Ethik, Religion und Theologie zu entdecken und zu erforschen. Dabei geht es auch darum, Interesse am Studienfach Theologie zu wecken: Der Theologiepreis ist eine von mehreren Initiativen, die junge Menschen zur Erforschung und kritischen Reflexion religiöser Traditionen und Werte anregen und Räume öffnen für die Auseinandersetzung mit der eigenen Glaubenspraxis.