Ich war schon immer sehr neugierig auf die Welt. Deshalb habe ich Ökonomie studiert – und deshalb bin ich auf dem zweiten Bildungsweg Pfarrerin geworden. In der Theologie begegnet man so viel Wissen, so viel Lebenserfahrung!

Dass ich mich entschieden habe, Pfarrerin zu werden, war ein Prozess. Es war eher eine Entscheidung zur Theologie hin als weg von der Ökonomie. Ich verstehe mich weiterhin als Ökonomin – man streift das Alte ja nicht ab, sondern es kommt etwas Neues dazu. Von meinem alten Beruf habe ich den bewussten Umgang mit Ressourcen mitgenommen. Als Ökonomin frage ich mich: Wie gehen wir mit den begrenzten Mitteln um? 

Schatz von Menschheitserfahrungen

Als Pfarrerin ist man eine Allrounderin. Ich sehe meine Kernaufgabe darin, mich auf verschiedenen Ebenen mit dem Leben auseinanderzusetzen. Sei es beim Studieren eines Bibeltextes, bei Seelsorgegesprächen, beim Vorbereiten einer Beerdigung oder bei den zahlreichen Projekten.

Das Christentum sah ich lange Zeit vor allem als Schatz an Menschheitserfahrungen. Für mich finden sich in dieser uralten Tradition Hinweise zur Frage, wie man ein gutes Leben führt. Inzwischen bin ich offen für eine weitere Dimension. Der Pfarrberuf macht mich gläubiger. Das hatte ich nicht erwartet – doch es gefällt mir!