Ich bin Anfang der 1980er Jahre in Bulgarien auf die Welt gekommen. Während meiner Kinder- und Jugendzeit haben mich politische und wirtschaftliche Unsicherheiten nach Halt suchen lassen. Mit 18 Jahren kam ich dann nach Deutschland, wo ich ein Politik- und Wirtschaftsstudium begann, später führte mich mein Weg in die Hotellerie. Ich bin verheiratet und habe eine dreijährige Tochter. Die Religion habe ich quasi mit der Muttermilch aufgesogen: Meine Grossmutter war ein aktives Mitglied bei der lokalen orthodoxen Kirche.

als Wanderprediger in Bulgarien

Mein Vater war Teil einer protestantischen Untergrundgemeinde, dann als Wanderprediger unterwegs und ist nun in Bulgarien seit mehr als 30 Jahren Pastor. Seine Kirchgemeinde wird mehrheitlich von Roma besucht. Ich erinnere mich, dass er mich als Kind manchmal auf dem Mofa zur Bibellesegruppe mitnahm. Nach aussen wurde der Anlass aus Angst vor der sozialistischen Miliz als Geburtstagsfeier ausgegeben. Am Theologiestudium gefällt mir, dass ich alte Sprachen lernen kann. Für mich als Vater ist es eher schwierig, Familie und Studium unter einen Hut zu kriegen. Mit meiner Familiengeschichte beschäftigen mich zwei Themen in der Theologie speziell: Migration und Einsamkeit. Deswegen will ich als Pfarrer später für die Migrant:innen da sein, für Ausgeschlossene genauso wie für Familien. Ich möchte Leuten Mut spenden und einer herausgeforderten Welt das Licht Christi zurückgeben.