Theologiestudium

In der Deutschschweiz bieten die Universitäten Zürich, Bern und Basel ein Studium in evangelischer (reformierter) Theologie an. Das Theologiestudium ist ein Hochschulstudium auf wissenschaftlicher Grundlage im Bachelor­-Mastersystem. Theologie kann als Vollstudium oder kombiniert mit anderen Fächern belegt werden. Das Studium erfordert keine besonderen Voraussetzungen bezüglich religiöser Haltung und Glaubenspraxis.

Was begeistert Studierende an der Theologie? Viele würden sagen: Die ungeheure Breite dieses Studiums. Man vertieft sich in altorientalische Schöpfungsmythen. Man vergleicht Paulus mit den philosophischen Strömungen der Spätantike. Man absolviert ein Seelsorgepraktikum und steht unvermittelt an einem Krankenbett. Man debattiert über die richtigen theologischen Antworten auf die multireligiöse Situation der Gegenwart. Man schreibt eine Predigt, hält sie und analysiert dann die Videoaufnahme.

Damit diese Vielfalt übersichtlicher wird, ist Theologie an hiesigen Fakultäten in Fächer unterteilt. Im Detail variiert der Fächerkanon von Fakultät zu Fakultät. Folgende Fächer  bilden den Grundstock:

Fächer

Altes und Neues Testament

Die biblisch-exegetischen Fächer befassen sich mit den Texten des Alten und Neuen Testamentes in den jeweiligen Ursprungssprachen, um die in den biblischen Texten enthaltenen Konzeptionen in literarischer, religionsgeschichtlicher und theologisch-hermeneutischer Hinsicht präzise beschreiben und analysieren zu können.

Voraussetzung für die biblisch-exegetischen Fächer sind Kenntnisse der alten Sprachen Hebräisch und Griechisch.

Kirchengeschichte

Die historischen Fächer fragen nach der Geschichte des Christentums in seinen unterschiedlichen Kontexten, nach der Geschichte von Denken, Glauben und Frömmigkeit und dem Niederschlag der christlichen Tradition in Politik, Ethik, Kunst usw.

Systematische Theologie (Ethik und Dogmatik)

Die systematischen Fächer untersuchen die dogmatischen Zusammenhänge und die ethischen Implikationen der in der Tradition vertretenen Theologien und fragen nach ihrer gegenwärtigen Relevanz in ökumenischer und gesellschaftlicher Verantwortung.

Die Philosophiegeschichte befasst sich mit den Mustern rationaler Argumentation, die sich im Laufe der Geschichte der Philosophie in Auseinandersetzung mit anderen Bereichen der Kultur entwickelt haben. Die dabei entwickelten Denkformen sind unentbehrlicher Bestandteil auch des systematisch-theologischen Denkens und stehen damit in engem Austausch.

Praktische Theologie

Die Praktische Theologie behandelt im interdisziplinären Dialog mit relevanten Bezugswissenschaften (wie z.B. den Gesellschaftswissenschaften, Pädagogik, Psychologie oder Rhetorik) die religiöse und kirchliche Praxis in Geschichte und Gegenwart. Ihre Theoriebildung und Praxisorientierung zielt auf die Entwicklung zeitgemässer und sachgerechter Kommunikationsformen des Evangeliums in der pluralen Gesellschaft ab. Unterdisziplinen sind Religionspädagogik, Seelsorge, Homiletik (Predigtlehre) und Liturgik (Praxis und Reflexion der Gestaltung religiöser Feiern).

Religionswissenschaft

Die Religionswissenschaft vermittelt Grundkenntnisse über religiöse Traditionen. Sie fragt mit geistes- und sozialwissenschaftlichen Methoden nach dem Zusammenhang von Religion, Kultur und Gesellschaft.  Vor diesem Hintergrund interpretiert sie auch die christliche Tradition als ein je nach Kontext unterschiedlich ausgeprägtes, sozio-kulturelles Symbol- und Kommunikationssystem neben anderen.

«Religionswissenschaft» mit Prof. Dr. Dorothea Lüddeckens

Die einzelnen Fakultäten bieten weitere spezielle Schwerpunkte an. Hier erfahren Sie mehr.