Berufsfelder

Ähnlich wie ein Studium an der Philosophisch-Historischen Fakultät bietet das Theologiestudium eine gute Grundlage für eine Vielzahl von Berufen. Absolventen und Absolventinnen der Theologie arbeiten als Dozierende, Journalisten, Lehrerinnen, im Kulturbereich, in der Erwachsenenbildung, im diplomatischen Dienst, etc.

Daneben eröffnet das Studium der Theologie in Kombination mit der kirchlichen Ausbildung den Zugang zu einer Vielzahl von kirchlichen Berufen. Ausser im Gemeindepfarramt sind Theologinnen unter anderem in der Spital-, Gefängnis- oder Polizei-Seelsorge, in der kirchlichen Erwachsenbildung oder in der kirchlichen Presse tätig.

Berufsfelder

Kirche

Am häufigsten arbeiten Theologinnen und Theologen nach dem Studium (und dem Vikariat) als Pfarrerin oder Pfarrer in einer Kirchgemeinde. Neben dem Gemeindepfarramt gibt es spezialisierte Pfarrämter wie Spital- und Gefängnisseelsorge oder Jugendpfarrämter.

Die Rubrik Pfarrberuf gibt Ihnen einen vertieften Einblick in diese kirchlich-theologischen Berufsfelder.

Einen guten Eindruck über die Vielfalt kirchlich-theologischer Berufe bieten auch die Theologen-Porträts:

Patrick Schwarzenbach: Als Einsiedler im Wald
Kathrin Bichsel: Das sprüht vor Leben!
Philipp Koenig: Mich interessiert der konkrete Mensch
Kathrin Bolt: Ich stehe gerne vorne
Rahel Graf: Traurige trösten
Simon Keller: Berufen wider Willen

Forschung

An den Theologischen Fakultäten gibt es daher zahlreiche Möglichkeiten, nach dem Masterabschluss in der theologischen Forschung tätig zu werden. Verbreitet ist Verbindung von Assistenz und Doktorat. Daneben gibt es Forschungsstellen in meist zeitlich befristeten Projekten, die beispielsweise über den Nationalfonds finanziert werden.

Claudia Hoffmann: Feldforschung in Indonesien.

Seelsorge

Seelsorge gehört zu jeder Pfarrstelle. Als Theologin und als Theologe können Sie sich aber auch auf Seelsorge spezialisieren. Es gibt Seelsorge im Spital, im Gefängnis, in der psychiatrischen Klinik, bei der Polizei und an anderen Orten. Diese Stellen setzen ein abgeschlossenes Theologiestudium und die praktische Ausbildung zum Pfarrer bzw. zur Pfarrerin voraus. Dazu kommen Weiterbildungen in Seelsorge.

Rahel Graf: Seelsorgerin an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich

Unterricht an Mittelschulen

In den meisten Kantonen bieten Gymnasien einen Religions-Unterricht an (manchmal als Religionskunde, manchmal kombiniert mit Ethik und anderem). Häufig erteilen Theologen diesen Unterricht. Heute werden auch Absolventen eines Religionswissenschaftsstudiums (bzw. Religious Studies) gern mit dieser Aufgabe betraut. Voraussetzung ist in der Regel, dass zusätzlich zum Fachstudiumabschluss das Lehrdiplom für Maturitätsschulen erworben wird (für Details vgl. etwa www.ife.uzh.ch).

Fachmitarbeiter/in

Eine Reihe von kirchlich-theologischen Aufgaben sind nicht in Gemeinden, sondern in  übergemeindlichen Strukturen angesiedelt. Zum Beispiel kennen einige Kantonalkirchen OeME-Stellen, ein Kürzel für Oekumene, Mission und Entwicklung. Ein anderes Beispiel ist die Erwachsenenbildung; die Zürcher Kirche etwa bietet hier eine ganze Palette von Stellen, die meist bevorzugt mit Theologen besetzt werden.

Medien

Theologinnen und Theologen gelten als sprachgewandt. Deshalb haben sie guten Aussichten für eine Arbeit in den Medien. Das können kirchliche Medien wie die Wochenzeitschrift reformiert. sein. Aber auch in nicht-kirchlichen Medien trifft man immer wieder auf Theologen. Ideale Vorbereitung auf dieses Tätigkeitsfeld sind Praktika während des Semesters.

Delphine Conzelmann: Theologie studieren und jobben bei Zeitungen
Cédric Némitz: Stadtrat und Fernseh-Journalist

Mit Menschen arbeiten

Theologinnen und Theologe gelten als gute Menschenkenner. Deshalb finden sich in Arbeitsfeldern, in denen diese Kenntnis entscheidend ist, immer wieder Theologen: Im Personalwesen, im Strafvollzug oder im Coaching- und Organisationsentwicklungsbereich.

Michael Uebersax: Health Case Management bei der SWISS
Tobias Brandner: Gefängnisseelsorger in Hongkong

Facts & Figures

Theologie ist rückblickend für fast alle die richtige Studienwahl: 90 Prozent würden es wieder machen! Das zeigt das folgende Zitat aus einer Studie des Schweizerischen Dienstleistungszentrums für Berufsbildung:

„Insgesamt gesehen geben die Theolog/innen und Religionswissenschaftler/innen genauso häufig wie die Gesamtheit der Neuabgänger/innen UH [Universitärer Hochschulen] an, dass sie – stünden sie noch einmal vor dieser Entscheidung – im Rückblick wieder dasselbe Studium am gleichen Stu­dienort wählen würden. Allerdings gibt es Unterschiede – je nach studierter Teildisziplin. Von den protestantischen Theolog/innen würden 90 Prozent wieder das gleiche Studium wählen, von den katholischen Theolog/innen 73 Prozent und von denen, die Religions­wissenschaften studiert haben, nur gerade 52 Prozent.“

(Die erste Stelle nach dem Studium: Theologie und Religionswissenschaft, SDBB, Bern 2013; es handelt sich um Zahlen, die 2011 beim Abschlussjahrgang von 2010 erhoben wurden)

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